14. Dezember 2018

Wahrnehmung

 

 

Rückschau Ausstellung „Wahrnehmung“

Die in dieser Ausstellung beispielhaft versammelten Werke von Margareta Bierter-Huggler und Dieter Meck sind eher leise, haben nichts mit Genialismus zu tun, wollen nicht kunstpädagogisieren – und sind doch nicht weniger beharrlich und erfahren in ihren Bemühungen um die Rätsel ihrer Werke. Beide brauchen weder künstlichen Vorwand, sich zu profilieren, noch negative Projektionen, sich davon positiv abzuheben. Sie tun einfach und sind positiv, mit und in ihrer Kunst. Das erfordert und erzeugt gleichzeitig Ausdauer und Freude (auch beim Betrachter), Euphorie und Beharrlichkeit, Gelassenheit und Demut.

Sie führen Unterschiedliches zusammen, zeugen und zeigen so dessen Zusammenhang. Beide wissen aus lebendiger Erfahrung: Das Sehen, das Betrachten, der Blick geht dem Erkennen voran, auch dem Bekennen – vor dem Bekennen der Liebe ist der Blick. Allerdings: auch wenn der Blick dem Erkennen zwar vorangeht, so wird das Auge doch im Erkennen erst geöffnet. Als flöge der Blick gleichsam in zwei Richtungen zugleich: zum Ding hin und gleichzeitig zu mir hinein, um das Auge und den Schrein des Erkennen-Vermögens zu öffnen.

So eröffnet das geduldige Innehalten beim achtsamen, klaren und unabgelenkten Sehen gleichsam mühelos tiefe Einblicke und erschließt verborgene Beziehungen, die sich dem ungeduldigen Zerren eines allzu aggressiven Intellekts versagen. Es kann ein gleichsam objekthaftes, Objekt werdendes, ein sein-lassendes, freundliches Sehen geübt werden.

Der Titel der Ausstellung heißt Wahrnehmung und – Helga Meck sei Dank – nicht Kreativität. Damit gibt sich die Galerie Meck-Art klar und deutlich als eine Schule der Wahrnehmung zu erkennen, gibt Anregung zum künstlerischen Komponieren, vermittelt Mut zur Kunst des Umgangs mit Kunst.

(aus der Einführung von Dr. Willy Bierter, Birsfelden, Schweiz)